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Bäuerliche Gärten und Parks im Urlaubsland Niedersachsen

Eine 64 Seiten starke Zusammenfassung von bäuerlichen Gärten und Parks im Urlaubsland Niedersachsen stellte der niedersächsische Ministerpräsident Hans-Heinrich Ehlen am Freitag in Kirchlinteln / Schafwinkel, vor. Zusammengestellt wurde diese Broschüre von der Arbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit auf dem Lande e.V., Als Bühne für diesen Auftritt wurde die verschwiegene ländliche Region der Lintler Geest gewählt. „Man könnt meinen, wir leben in einer verzauberten, verschlafenen Landschaft“, merkte Gastgeberin Dorothea Maxrath hierzu an. Zum Thema „blühende Gärten“ passend, wurde der 4. Dezember eingeplant. Denn fast in Vergessenheit geraten ist der ländliche Brauch, dass an diesem Sankt-Barbara-Tag ein Kirschzweig geschnitten wird, der dann zu Weihnachten blüht. Als ebenfalls richtige Zeit bezeichnete Ehlen diesen Termin, damit dieses Buch als Anregung für die Planung des Landurlaubes 2010, zum Weihnachtsfest einen Platz auf dem Gabentisch findet. Bevor der Minister das erste Buch in der Hand halten konnte, musste er entsprechend den ländlichen Gepflogenheiten hart anpacken. Dazu bekam er einen Spaten, um ein Pflanzloch für einen Kirschbaum auszuheben. Als Erinnerung an diesem Tag sollte nämlich am Ort der Buchvorstellung, der Jochenshof in Schafwinkel, ein Knubber-Kirschenbaum gepflanzt werden. Eine hochstämmige alte Kirchsorte, aus dem Alten Land, die Anke Mushardt, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft aus dieser Region mitbrachte.

Dazu merkte der anwesende Landtagsabgeordnete Wilhelm Hogrefe, der Ehlen bei seiner Aufgabe unterstützte, an, dass nun auch künftig in jedem Jahr am Sankt-Barbara-Tag in Schafwinkel Kirchzweige geschnitten werden können.

Ein in der Pflanzgrube liegender vermeintlicher Stein, auf den Ehlen stieß, entpuppte sich als kleine Kiste, die mit einigen Exemplaren der neuen Broschüren gefüllt war.

Das Setzten des Bäumchens war mit sachkundiger Hilfe schnell getan. Hierbei gab es Unterstützung durch den Landrat Peter Bohlmann, dem Kirchlintler Bürgermeister Wolfgang Rodewald, Ute Mushardt und Elke Boggasch, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft. An dieser Aktion beteiligten sich auch aus dem Landkreis Rotenburg,

Regina Borchers – Granstedt, Susanne Heitmann – Hellwege, Minister Ehlen und Ulrike Pape – Granstedt.

Um ein Beispiel eines ländlichen Gartens in Augenschein nehmen zu können, wurde der naheliegende Heilkräutergarten besichtigt. Klaus Karweik, vom Amt für Strukturförderung und Landentwicklung (GLL-Verden), der dieses Kräutergartenprojekt begleitete, gab dazu erklärende Hinweise. Die überwiegend hier vertretenen Kräuter waren ehemals im mediterranen Raum heimisch und wurden auf Anweisung von Kaiser Karl dem Großen hier im Norden zur Versorgung der Bevölkerung angebaut wurden. Die Pflanzenliste im 'Capitulare de villis' hatten seinerzeit mönchische Berater Karls des Großen zusammengestellt. Sie kannten die antiken Kräuterbücher und trugen 73 der wichtigsten Heilkräuter, Gewürzkräuter und Gemüsepflanzen sowie 16 Obstgehölzarten zusammen, die für eine gesunde Ernährung in der damaligen Zeit unentbehrlich waren.

Nach der Führung nannte Ehlen den Garten in Schafwinkel als ein passendes Beispiel der sehenswerten Gärten in Niedersachsen. Auch als besonders einfallsreiche Werbeidee für das Urlaubsland Niedersachsen lobte er in seiner Festrede die 64 Seiten starke Broschüre, die er als eine gelungene Ergänzung zu dem landesweiten Projekt „Gartenhorizonte“ ansieht. In ihr werden über 100 bäuerliche Gärten und Parks vorgestellt. Von der Nordseeküste, übers Alte Land, Lüneburger Heide bis zum Harz und Weserbergland sind darin die Kleinode der bäuerlichen Gärten aufgeführt.

Ohne lange Anfahrtswege, quasi vor der Haustür, bietet es die Gelegenheit, kleine blühende Paradiese zu entdecken, zu bummeln und dabei die Seele baumeln zu lassen.

Aufgeführt sind Höfe mit Kneippgarten, Wassergarten, Obst- und Gemüsegarten, Heilkräutersammlungen, Kunst im Garten, Gartenanlagen zum Spielen oder einfach zum Entspannen und natürlich traditionelle Bauerngärten, in denen die Beete mit kleinen Buchsbaumhecken eingesäumt sind.

Außer Gartenführungen wird auf einigen Urlaubshöfen Miternten und Kochen, mit Frischem aus dem Garten angeboten. Als Besuchsprogramme können Tagesaufenthalte, zur Entspannung mit Kaffee und Kuchen oder eine mehrtätige Erlebnis Garten-Urlaubsreise gebucht werden, bei denen weitere Besichtigungen von nahegelegenen Gartenanlagen möglich sind.

Zu bestellen ist das Buch im Internet bei www.bauernhofferien.de, per Mail unter info@bauernhofferien.de oder per Telefon unter 04231 96 65 0 bei der Arbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit auf dem Lande e.V. Niedersachsen, Lindhooperstr. 63, 27283 Verden/Aller.

Zum „Barbaratag“ den 4. Dezember gibt es viele Erzählungen, verriet die Geschäftsführerin Elke Boggasch. Nach einer volkstümlichen Tradition wird an diesem Tag mit dem ersten Tageslicht ein kleiner Zweig von einem mindestens zehn Jahre alten Kirschbaum abgeschnitten und in ein Haus gebracht, in dem ein unverheiratetes Mädchen lebt. Wenn nach 21 Tagen, also genau an Weihnachten, diese Zweige blühen, soll der Überlieferung nach das Mädchen im bevorstehenden Jahr seinen Bräutigam finden. Erblühte er früher, bedeutete jeder Tag die Verkürzung der Frist bis zur Hochzeit um einen Monat. Wer diesen Brauch pflegen und den Hochzeitstermin ein wenig vorziehen möchte, sollte den Zweig 14 Stunden in lauwarmes Wasser legen. Das ist ein Startsignal für das Vorzeitige erblühen der Kirschblüten.

Damit im kommenden Jahr der Tourismus in Niedersachsen wie bisher und noch stärker blüht, wurde sinnbildlich an diesem Tag die neue Broschüre mit den niedersächsischen Landurlaubsangeboten „Bäuerliche Gärten und Parks“ vorgestellt. Zum Ende der Präsentation erhielt jeder Gast einen kleinen Strauß mit Kirschenzweigen, die zum Weihnachtsfest blühen sollten und damit ein gutes Signal aussenden, dass das Projekt bäuerliche Gärten und Parks im Urlaubsland Niedersachsen zu einem Erfolg wird.

Erfreuliche Erfolgszahlen verkündete die Geschäftsführerin Boggasch. Die Übernachtungen in den Zusammenschluss „Bauernhofferien in Niedersachsen“ nahmen trotz Krise im Jahr 2009 um 2,5 Prozent zu. Einer Hochrechnung zufolge können diese Beherbergungsbetriebe insgesamt 850.000 Übernachtungen zum, Jahresende verbuchen.

Seit 10 Jahren hat die Arbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit auf dem Lande e.V. Niedersachsen ihre Zentrale in Verden an der Aller, aus der immer wieder mit erfolgreichen Ideen für den Landurlaub in Niedersachsen geworben wird.